
Videotrends 2022 - diese solltest Du kennen
Die Online-Welt ist im Wandel: Noch nie zuvor haben bewegte Bilder das Internet so stark dominiert wie 2021. Nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie, die soziale Interaktionen unterbunden und die Menschen vermehrt vor den Bildschirm gebracht hat. Der Trend weg von statischen Inhalten wird sich nach Meinung von Experten auch 2022 fortsetzen und wahrscheinlich noch weiter an Fahrt aufnehmen.
Denn: Keine anderen Inhalte werden aktuell so oft geklickt, geteilt und kommentiert wie Videos. Einen großen Anteil daran haben vor allem die Kurzclips, Reels und Stories auf Plattformen wie TikTok, Instagram & Co. Aber auch noch recht neue Player im Video-Game wie Pinterest oder LinkedIn tragen mit DIY-Clips, Brand-Stories und How-tos dazu bei, dass Nutzer noch mehr Zeit mit den in leicht konsumierbare Snack-Form verpackten Videos verbringen.
Doch was bedeutet das immer größer werdende Interesse der Nutzer an Videos für Brands und Content Creator? Für sie ist es im Jahr 2022 wichtiger denn je, aktuelle Video-Trends schnell zu identifizieren und für ihr Marketing-Potenzial auszunutzen. Einen guten Einstieg bietet Dir dabei unser Überblick über die aktuellen Videotrends 2022. In diesem gehen wir nicht nur Hypes wie TikTok, sondern auch auf neue Video-Technologien und -Formate wie Shoppable Videos, AR/VR und Livestreams ein.
Lautlose Videos: Social Media ohne Ton
Du siehst Dir Videos am liebsten ohne Ton an? Dann bist Du nicht allein: Studien zufolge schalten etwa 85 Prozent aller Nutzer ihr Smartphone oder Tablet auf lautlos, wenn sie auf Plattformen wie Facebook, TikTok & Co. unterwegs sind – Tendenz steigend. Aber warum ist das so? Die Antwort ist einleuchtend: Einerseits wollen sich Nutzer beim Scrollen durch ihr Feed vor lauten Video-Ads schützen, andererseits möchten sie vermeiden, dass jeder mitbekommt, welche TikTok-Clips oder Insta-Reels sie sich gerade ansehen.
Was bedeutet dieser Trend für Brands und Content Creator? Sie müssen 2022 mehr denn je darauf achten, dass ihre Videos sowohl mit als auch ohne Ton funktionieren. Die Lösung: Videos mit Captions bzw. On-Screen-Text ausstatten oder sie bereits so planen, dass Ton nicht unbedingt erforderlich ist. Das ist nicht nur inklusiv, da so auch die etwa fünf Prozent Menschen mit Hörbehinderung den Inhalt verstehen können, sondern verlängert auch die Watch-Time. Das bestätigte erst zuletzt ein interner Test von Facebook, bei dem Videos mit Caption rund 12 Prozent länger angesehen wurden als solche ohne.
Kurzvideos: Unterhaltung im Snack-Format
Ganz gleich ob auf TikTok, Instagram, YouTube, Pinterest oder sogar LinkedIn: Auf nahezu allen Plattformen finden die dank ihrer Länge von 30 Sekunden bis maximal zwei Minuten bequem zwischendurch konsumierbaren Clips immer mehr Fans. Platzhirsch YouTube hat deshalb zuletzt mit YouTube Shorts einen eigenen Ableger für den Snack-Content eingeführt. In 2022 wird sich dieser Videotrend weiter fortsetzen und die kurzen Clips immer häufiger längere Videos verdrängen. Brands können von diesem Trend auf unterschiedliche Weise profitieren.
Eine Möglichkeit bietet die Teilnahme mit kreativen Kurzclips an Trend-Challenges auf TikTok & Co. Ebenfalls wirksam ist die direkte Kommunikation mit der Zielgruppe. TikTok bietet für diesen Zweck beispielsweise das Stitch- oder Duet-Feature an, mit dem sich kinderleicht Reactions drehen lassen. Der Trend zu Kurzvideos stellt natürlich auch andere Anforderungen an Video-Ads, die vor oder zwischen den Reels und Clips erscheinen. Für maximale Werbewirkung müssen Brands 2022 darauf achten, dass ihre Ads vom Stil und auch dem Inhalt perfekt zu den Videos der jeweiligen Plattform passen.
Shoppable Videos: Teleshopping 2.0
Wo kann ich das Produkt aus dem Video kaufen? Fragen wie diese gehören dank Shoppable Videos in Zukunft wohl endgültig der Vergangenheit an. Denn der Marketing-Trend bringt E-Commerce und Social Media noch näher zusammen. Statt Produkte in Videos nur zu präsentieren, werden sie hier direkt mit klickbaren Links verknüpft, über die sich die User ohne lange Suche direkt die neuen Sneaker, die coole Jacke oder den schicken Schrank nach Hause liefern lassen können. Instagram bietet mit „Instagram Shopping“ bereits eine Plattform, über die Brand ihre Produkte über Shoppable Videos vermarkten können, dennoch sind die Einkaufs-Clips momentan noch eher eine Randerscheinung.
Das dürfte sich 2022 ändern, denn auch andere Plattformen wie TikTok und YouTube haben den Trend erkannt und stehen längst mit eigenen Konzepten für Shoppable Videos und Livestreams in den Startlöchern. Um den größtmöglichen Effekt zu erzielen, sollten Brands ihre Videos jedoch nicht wie klassische Ads aussehen lassen. Vielmehr ist Kreativität gefragt, die Interesse an dem Produkt weckt und Nutzer zum Klick auf den Link zum Shop bewegt.
User Generated Content (UGC) - Nutzer als Markenbotschafter
User Generated Content (UGC) ist für Brands einer der wichtigsten Video-Marketing-Trends 2022. Denn laut verschiedener Untersuchungen geben rund 85 Prozent der Nutzer an, von Nutzern generierten Videos mehr zu vertrauen als Inhalten, die direkt aus der Feder der Marke stammen. Doch wie können Brands von diesen Videos profitieren? Eine Möglichkeit bieten die Branded Hashtag Challenges bei TikTok & Co., bei denen Nutzer der Plattformen zu einem vom Werbetreibenden vorgegebenen Motto wie #PlayWithPringles oder #improvisewithJUKE selbst unterhaltsame Clips erstellen können und so nebenbei zum Botschafter der Marke werden.
Eine weitere Möglichkeit, UGC zu Marketingzwecken zu nutzen, ist es, begeisterte Nutzer des eigenen Produkts zu finden, sie durch eine Kooperation zu Botschaftern der Marke zu machen und ihre Inhalte auf dem eigenen Social Media Profil zu teilen. Ein Paradebeispiel dafür ist der YouTube-Account von Action-Cam-Hersteller GoPro, auf dem das Unternehmen bereits seit 2013 nahezu ausschließlich Videos von Nutzern der Cams teilt – und das mit großem Erfolg.
Weitere Videotrends für 2022
Neben Videos mit Captions, Shoppable Videos und User Generated Content gibt es noch weitere Videotrends, die Du 2022 als Unternehmen oder Content Creator unbedingt auf dem Schirm haben solltest. Die spannendsten davon möchten wir Dir im Folgenden kurz näher vorstellen.
Interaktive Videos
Interaktive Videos geben Nutzern die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen und so den Fortgang der Story zu beeinflussen und zu unterschiedlichen Enden zu gelangen. Die interaktive Videoform erlaubt es Brands und Filmemachern praktisch grenzenlos kreativ zu sein, steigert das Engagement der User und liefert Unternehmen gleichzeitig wertvolle Daten, die zur Optimierung zukünftigen Kampagnen dienen. Wir sind uns sicher: Interaktive Videos werden eines der großen Themen in 2022.
Live-Streaming
Livestreams haben durch die Corona-Pandemie einen wahren Hype erlebt. Nicht nur Konzerte fanden virtuell den Weg in die Wohnzimmer der User. Auch Produktpräsentationen, Messen und andere Events konnten aufgrund von Social Distancing ausschließlich im Netz stattfinden. Sogar Einkaufen im Lieblingsgeschäft um die Ecke war bedingt durch die Lockdowns erstmals auch via Livestream möglich. Dieser Trend wird sich auch 2022 fortsetzen, denn verschiedenen Umfragen zufolge können sich viele Nutzer vorstellen, die Live-Shopping-Dienste auch nach der Corona-Krise in Anspruch zu nehmen.
Augmented & Virtual Reality
Augmented Reality und Virtual Reality haben in 2021 einen großen Schritt nach vorne gemacht, sind aber noch weit von einer Massenadaption entfernt. Das könnte sich mit der Verbreitung leistungsfähiger Mobilfunknetze (5G) und dem Metaverse ändern. Eine praktische Anwendung für AR hat zum Beispiel Einrichtungsriese Ikea mit seiner Place-App präsentiert. Mit der Anwendung können Nutzer Möbel virtuell in ihrer Wohnung platzieren und die Ergebnisse als Video mit Familie und Freunden teilen. Auch in Apps wie TikTok und Instagram ist AR in Form von Filtern stark vertreten. Wir empfehlen: Behalte das Thema unbedingt im Blick und überlege Dir schon jetzt, wie Du den Trend der Zukunft für Dich nutzen kannst.
360-Grad-Videos
Fazit
Bewegtbildformate werden auch im Jahr 2022 weiterhin einen großen Stellenwert – sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen – einnehmen. Es ist davon auszugehen, dass im Jahr 2022 weitere innovative Video-Formate zu erwarten sind, die die Aufmerksamkeit von Nutzern auf sich ziehen werden.